April - Vertrauen im Sturm

Das Boot war schon weit vom Land entfernt.
Die Wellen machten ihm schwer zu schaffen,
denn der Wind blies direkt von vorn. (…)
Als die Jünger ihn über den See laufen sahen,
wurden sie von Furcht gepackt. (…)
Aber sofort sagte Jesus zu ihnen:
«Fürchtet euch nicht! Ich bin es.
Ihr braucht keine Angst zu haben.»

Petrus sagte zu Jesus:
«Meister, wenn du es bist,
befiehl mir, über das Wasser zu dir zu kommen.»
Jesus sagte: «Komm!»
Da stieg Petrus aus dem Boot, ging über das Wasser
und kam zu Jesus.
Aber auf einmal merkte er, wie stark der Wind war.
Da bekam er Angst.
Er begann zu sinken und schrie: «Rette mich!»
Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegen
und hielt ihn fest.
Matthäus 14,24-31


Die Wellen sind hoch.
Der Wind bläst mir ins Gesicht.
Das Boot schaukelt, droht zu kippen.
Ich werde hin und her geworfen.
Alles ist verloren.
Nichts und niemand kann mich mehr retten.

«Fürchte dich nicht! Ich bin es. Hab keine Angst!»
Ich zögere…
Vermag er zu helfen?
Kann ich ihm vertrauen?
Ich zweifle.
Meine Angst ist riesengross.

Ich wage es:
«Meister, wenn du es bist…»

Er sagt: «Komm!»
Und ich mache es wie Petrus und laufe ihm entgegen.
Ich laufe zu ihm - sogar über das brodelnde Wasser.
Auch wenn ich nicht weiss, ob es trägt.
Auch wenn ich nicht weiss, ob ich getragen werde.

Der Wind bläst immer noch stark.
Die Wellen drohen mich zu verschlingen.
Die Angst wird übermächtig.
Er tut doch nichts.
Ich habe mich geirrt.
Ich sinke – versinke.
«Rette mich!»

Ohne zu zögern, streckt er mir die Hand entgegen.
Ohne zu fragen, hält er mich fest.
Du hältst mich fest.

Cathrin Legler