Thema 2026: Baumgeschichten

Ittinger Meditationen

Unsere monatlichen Meditationen "Kraft aus der Stille" finden in der Regel immer am zweiten Mittwoch im Monat im Raum der Stille statt.
Hier finden Sie eine Meditationsanleitung für Zuhause sowie die Texte (und Tonaufnahmen) der Ittinger Meditationen.

Zum Mitmeditieren
Sich berühren lassen
Als Inspiration

Wer Gott liebt, gleicht einer immergrünen Palme, 
er wird mächtig wie eine Zeder auf dem Libanongebirge. 
Er ist wie ein Baum, der im Vorhof des Tempels gepflanzt wurde und dort gedeihen kann. 
Noch im hohen Alter wird er Frucht tragen, 
immer ist er kraftvoll und frisch. 
(Psalm 92,13-16)          

Eine wunderschöne Palme steht vor mir. 
Sie bleibt grün, auch wenn die Sonne brennt
und der Wind über das Land zieht.
Ihre Wurzeln reichen tief.
So möchte ich sein: verwurzelt in Gott.

Und da ist die mächtige Zeder auf dem Libanon.
Jahre kommen und gehen.
Stürme ziehen vorbei.
Aber sie bleibt, weil sie tief gegründet ist.
So trägt Gott auch mich.

Ich darf leben wie ein Baum im Vorhof des Tempels.
Nicht fern von Gott, sondern eingepflanzt in seiner Nähe.
Seine Gegenwart ist der Boden meines Lebens.
Dort empfange ich Kraft für meine Müdigkeit,
Licht für meinen Weg
und neues Leben für meine Seele.

Manchmal werden die äusseren Kräfte kleiner.
Der Körper wird müder.
Nicht alles gelingt so leicht wie früher.
Manches braucht mehr Zeit.
Manches muss ich loslassen.
Doch innerlich wächst etwas in mir:
mehr Vertrauen, mehr Frieden, mehr Gelassenheit.
Meine Seele bleibt immergrün
und mein Herz schlägt munter wie am ersten Tag.
Wenn ich auch alt werde, so blühe ich wieder auf.

Gott, bleib mir nahe.
Solange ich in dir verwurzelt bin,
werde ich nicht welken und verdorren.
Bleibt etwas in mir lebendig und frisch.

Thomas Bachofner

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An seinem eigenen Körper hat Jesus unsere Sünden 
an das Kreuz hinaufgetragen, damit wir für die Sünde tot sind 
und für die Gerechtigkeit leben können. 
Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden! 
(1.Petrus 2, 24)

Jesus ist mit der Arbeit mit Holz vertraut.
Er weiss, wie man mit Hammer, Hobel und Säge umgeht.
Er kennt den Duft des Holzes.
Mit seinen Händen verwandelt er rohe Stämme in einen Tisch oder einen Stuhl.

Auch er ist wie ein Baum.
Ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist.
Der aus dem Wort Gottes schöpft.
Eins mit dem himmlischen Vater, der Quelle des Lebens.

Auch das Holzkreuz war einmal ein Baum.
Nun stehen die nackten Balken gekreuzt da.
Hart und schwer.
Stehen da zwischen Himmel und Erde.
Verbrecher müssen die Balken schleppen bis zum Hinrichtungsplatz.

Auch Jesus geht diesen schweren Weg.
Als Unschuldiger trägt er die Schuld der ganzen Menschheit auf seinen Schultern.
Er – der Lebensbaum wird umgehauen und hängt am Holzkreuz.
Das Kreuz – Endstation im Leben, Ort des Todes.

Doch der Tod am Kreuzbaum wird zum Ort der Befreiung.
Drei Tage liegt der Baum am Boden. 
Dann richtet er sich neu auf. 
Er strahlt im Licht der Ewigkeit.

Wir können aufatmen:
Die Schuld ist begraben.
Sie hat keine Macht mehr über uns.
Aus seinen Wunden fliesst Heilung.
Aus dem Todesholz, aus dem Kreuz wird ein «edles» Holz.
Ein Lebensbaum, an dem frische Triebe wachsen.
Ein Licht, das hinausleuchtet in die Dunkelheit der Welt.
Ein Licht, das auch mich wachsen lässt.

Thomas Bachofner

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Der HERR, unser Gott, führt uns in ein gutes Land. Ein Land mit Bächen und Quellen. Mit Weizen und Gerste. Mit Reben, Feigen und Granatäpfeln. Mit Olivenbäumen und Honig. Ein Land, in dem wir satt werden. Ein Land, in dem uns nichts fehlt.
(5. Mose 8,7–9)

Noch sind wir nicht dort.
Noch gehen wir durch trockene Landschaften.
Der Boden ist hart.
Die Vorräte sind knapp.
Der Weg ist weit.
Das Ziel liegt noch hinter dem Horizont.

Wir fragen: Wie lange noch?
Wo ist dieses verheissene Land?
Wo fliessen Milch und Honig?

Gott erzählt von Bäumen
Von Feigenbäumen.
Von Granatäpfelbäumen.
Von Olivenbäumen.
Bäume voller Früchte.
Bäume der Fülle.

Mitten im Mangel hören wir von reifen Früchten.
Mitten in der Entbehrung von Überfluss.

Ein Baum wächst langsam.
Still und geduldig.
Lange sieht man nur Holz und Blätter.
Doch im Verborgenen reift Frucht.
Vielleicht ist es mit unserem Weg genauso.

Darum gehen wir weiter.
Schritt für Schritt.
Wir bleiben dran.

Und lassen die Hoffnung immer wieder neu 
in uns aufstehen.

Thomas Bachofner

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Die Frau sah: Die Früchte waren so frisch, lecker und verlockend – und sie würden sie klug machen! Also nahm sie eine Frucht, biss hinein und gab auch ihrem Mann davon. Da ass auch er von der Frucht. In diesem Augenblick wurden den beiden die Augen geöffnet und sie bemerkten auf einmal, dass sie nackt waren. 
(1. Mose 3, 6-7)

Ich stehe im Garten.
Nicht irgendwo.
Hier, wo alles gut begann.
Mitten in der Fülle des Lebens
Und da ist diese Frucht.
Schön und reif.
Duftend und verlockend.
Ich sehe.
Ich begehre.

Aber Gott hat gesagt:
Iss nicht davon.
Lass es sein.
Es tut dir nicht gut.

Innerlich lege ich mir Gründe zurecht.
Sie sieht so frisch aus.
So verheißungsvoll.
Sie macht klug.
Ich höre die alte Stimme in mir.
„Gönn dir doch etwas.“
„Du wirst mehr sein.“
„Das wird dich weiterbringen.“

Also greife ich zu.
Ein Biss. Nur ein kleiner.
Und plötzlich ist nichts mehr wie vorher.
Meine Augen gehen auf.
Nicht zu grösserer Freiheit.
Sondern zu mir selbst.
Zu meiner Blösse.
Zu meiner Verletzlichkeit.
Ich sehe mich.
Ungeschützt.
Ohne Versteck.

Der Garten ist noch da.
Aber er fühlt sich anders an.
Die Vögel singen leiser.
Etwas ist zerbrochen.
Die Leichtigkeit ist weg.

Ich merke: Erkenntnis hat einen Preis.
Entscheidungen bleiben nicht folgenlos.
Und Gott? Er schweigt noch.
Aber ich weiß: Er wird kommen.
Wie immer. Mit Fragen.
Mit Wahrheit. Mit Konsequenzen.

Ich stehe da.
Mit offenen Augen.
Werde ich zu dem stehen, was ich verbockt habe?
Suche ich nach Ausreden?
Lerne ich, mit dem zu leben, was ich gewählt habe?

Gott, stehst du noch immer zu uns?
Sind wir immer noch deine Menschen?

Thomas Bachofner

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Gott pflanzte einen Garten in Eden im Osten.
Und Gott liess aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. 
(1. Mose 2, 8–9)

Gott – du schaffst einen Lebensraum.
Einen Garten in reicher Fülle.
Leuchtende Farben,
Blumen, die das Auge erfreuen.
Sprudelnde Bäche, stille, tiefe Flüsse.
Aus der Erde lässt du Bäume wachsen:
schön anzusehen, nährend, voller Leben.

Mitten im Garten der Baum des Lebens.
Quelle, aus der immer Neues fliesst.
Verheissung von Leben, das nicht versiegt.
Und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
Er öffnet die Augen.
Für das Helle und das Schöne,
für das Dunkle und Zerbrechliche.
Ein innerer Kompass.
Eine leise Stimme für die Wahrheit.

Gott nahm den Menschen, den er gebildet hatte 
und setzte ihn in den Garten Eden, 
damit er ihn bebaute und bewahrte. (1. Mose 2, 15)

Gott schafft Raum zum Leben.
Er setzt den Menschen hinein –
nicht als Besitzer, sondern als Hüter.

Der Mensch darf gestalten, pflegen und bewahren.
Arbeiten und geniessen.
Alles ist da. 
Der Boden trägt. 
Es fehlt an nichts.

Und Gott sprach: 
Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen. 
Vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aber, 
von dem darfst du nicht essen, 
denn sobald du davon isst, musst du sterben. 
(1. Mose 2, 16–17)

Gott setzt eine Grenze. 
Du darfst essen. Von allen Bäumen. 
Nur von diesem einen nicht.
Will Gott etwas vorenthalten? 
Ist seine Liebe begrenzt?
Oder weiss er mehr über das Gewicht der Freiheit, 
über die Last des Wissens?
Denn wer Gut und Böse erkennt, trägt Verantwortung. 
Kann sich nicht verstecken. 
Hört eine Stimme in sich.

Warum steht dieser Baum im Garten?
Weil der Mensch ohne Freiheit kein Mensch ist.
Weil Lieben wählen heisst.

Gott will keine Marionetten. 
Keine willenlosen Geschöpfe.
Er will ein Gegenüber. 
Einen Menschen, der frei antworten kann. 
Ein Ebenbild.

Thomas Bachofner

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Es gibt viele verschiedene Meditationsformen. In der christlichen Tradition wird Meditation als Nachsinnen über einen Text verstanden. Oft sind es biblische Worte, die als Grundlage dienen. Im Psalm 1 heisst es, dass jemand "Tag und Nacht über den Weisungen Gottes nachsinnt". In der lateinischen Übersetzung steht an dieser Stelle das Wort "meditari". Es geht um ein inneres Bewegen der Worte, so wie Maria die Worte, die ihr die Hirten über ihren Sohn Jesus sagten "in ihrem Herzen bewegte". Der spanische Mystiker Ignatius von Loyola (1491 - 1556) schrieb: „Nicht das Vielwissen sättigt die Seele und gibt ihr Befriedigung, sondern das innere Schauen und Verkosten der Dinge.“

Die Meditation ist eine Hilfe, um sich auf Gott auszurichten, das wahrzunehmen, was sich in meinem Inneren gerade melden möchte und um Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen.

Hier finden Sie eine Meditationsanleitung, die Sie für sich zu Hause alleine oder in einer kleinen Gruppe verwenden können. Versuchen Sie es einfach und bleiben Sie dran. Mit der Zeit werden Sie feststellen, dass das Meditieren immer leichter fällt und zu einer Übung wird, die Sie nicht mehr missen möchten.

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